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Ausstellungen

Neue Nachbarschaften
Ein Fotoprojekt von Akinbode Akinbiyi und Bayreuther SchülerInnen
29. Oktober 2009 bis 07. März 2010

Wenn ein international renommierter Fotograf, dessen Thema das Leben in den Metropolen Afrikas ist, sich mit Schülern zusammentut, um Bayreuth in den Blick zu nehmen, sind überraschende Perspektiven zu erwarten.
Seit Herbst 2008 fotografieren SchülerInnen der Albert-Schweitzer-Schule unter Anleitung des Berliner Fotografen Akinbode Akinbiyi ihre Stadt. In Workshops und gemeinsamen Stadtwanderungen haben sie Bayreuths ‚neue Nachbarschaften' – also das Zusammenleben, das infolge der Zuwanderung der letzten Jahrzehnte entstanden ist – erkundet und fotografiert. Akinbode Akinbiyi hat die SchülerInnen dabei unterstützt, für dieses Thema ihre eigene visuelle Ausdrucksweise zu entwickeln. Zur Ausstellung ‚Neue Nachbarschaften' trug er seinen eigenen transnationalen Blickwinkel bei.
‚Neue Nachbarschaften‘ bietet einen Blick auf Bayreuth als Ort, an dem Lebenswege – im biographischen wie auch im räumlichen Sinne – aufeinandertreffen, wo Menschen unterschiedlichster Herkunft einander begegnen. Das Konzept der Nachbarschaft betont dabei die Nähe, das Alltägliche, das Kooperative aber auch das Beliebige, das diese Begegnungen charakterisiert. Es vermeidet das Normative und akzeptiert das Nebeneinander ebenso wie das Miteinander. Zugleich rückt es eine im Zeitalter der Globalisierung neue Qualität von Freundschaft, Familie und Nachbarschaft in den Blickpunkt: die Entstehung transnationaler Verbindungen und die Selbstverständlichkeit, mit der heute Kontinente übergreifende Beziehungen gepflegt werden.

Deutlich wurde im Verlauf des Projekts die gewachsene Freude der SchülerInnen am Entdecken, an ungewöhnlichen Perspektiven. Interessant hinsichtlich der Motivwahl war auch der Unterschied, der sich zwischen den SchülerInnen und dem professionellem Fotografen auftat. Für die Nachwuchsfotografen scheint „Natur“ (hier meist durch Tiere, Blumen und Bäume in Parks repräsentiert) einen Sehnsuchtsort der Schönheit, Stille und Überwindung jugendlicher Unklarheiten darzustellen. Akinbode Akinbiyi findet den Ausdruck der Ambivalenz von Nachbarschaft in der Begegnung von Personen; wohl am stärksten ausgedrückt in dem Bild der zwei Jungen, die einander berührend an einem Ort sitzen und spielen – aber jeder getrennt auf seinen game boy konzentriert mehr......

Das Ausstellungsprojekt ‚Neue Nachbarschaften‘ versucht die Wahrnehmung dafür zu schärfen, dass die unterschiedlichen Lebenswege und die in die Welt hinausreichenden Verbindungen ebenso zur Stadt Bayreuth gehören, wie ihre Ikonen Richard Wagner, Jean Paul, Franz Liszt oder Markgräfin Wilhelmine, deren Lebenswege auch anderswo begannen. Heimat – so scheint es - hat bisweilen weniger mit Herkunft als mit der Entscheidung für einen Ort zu tun.

Pressemitteilung

Vernissage
Donnerstag 29. Oktober 2009 um 19 Uhr

Es sprechen:
Tobias Wendl (Iwalewa Haus)
Ulrike Meinhof (Sefone / Universität Southampton)
Hauke Dorsch (Kurator Neue Nachbarschaften)
Akinbode Akinbiyi (Fotograf, Berlin)

Special Guest:
Dama Mahaleo

Anschließend kleiner Empfang

Kurator: Hauke Dorsch.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Preis an der Museumskasse:7 €.

In Kooperation mit dem Forschungsverbund SeFoNe.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Oberfrankenstiftung

Interessante Links:

Sefone

Grenzüberschreitungren im Bayreuther Zentrum

Integration in Bayreuth - wohin? – Eine Veranstaltung des Evangelische Bildungswerkes

 

 

Indien – Australien – Papua Neuguinea – die 70er und 80er Jahre
Grafiken und Gemälde aus der Sammlung
29. Oktober 2009 bis 07. März 2010
Vor 28 Jahren eröffnete Ulli Beier das Iwalewa-Haus in der markgräflichen Münze mit der Ausstellung „Neue Kunst aus Indien“. Vertreten waren unter anderem Bhupen Khakhar, Sultan Ali, Santosh, Soma Mase, Deolalikar und Madhvi Parekh – allesamt Künstler einer bis dahin im Westen weitgehend unbekannten modernen Kunst. Ihre Werke stammten zu großen Teilen aus der Privatsammlung von Ulli Beier und bilden heute neben den Arbeiten aus Afrika und anderen Weltteilen den Grundstock der Sammlung des Iwalewa-Hauses.
Ulli Beier entfaltete in seinen Bayreuther Ausstellungen ein breites Spektrum außereuropäischer Kunst mit dem Schwerpunkt auf Nigeria, Indien, Australien und Papua Neuguinea. Malereien nach Vorlagen von Frauen der Warli, einer zentralindischen Volksgruppe, zieren seit Mitte der 1980er Jahre die Fassade des Iwalewa-Hauses – ausgeführt von Georgina Beier.
Ende der 1980er Jahre verließen die Beiers noch einmal das Iwalewa-Haus, um in Australien zu arbeiten. Bei ihrer Rückkehr brachten sie erneut zahlreiche Werke mit, die in die Sammlung aufgenommen wurden, darunter aus Australien Künstler wie Trevor Nickolls, Sally Morgan, Martin Dougall und Kath Walker und aus Papua Neuguinea Timothy Akis, Barnabas India, Serwai Kepo, Kivu, John Man, William Onglo, Marie Taita Aihi und Mathias Kauage. Letzter war in den 1990er Jahren auch mehrfach als ‚Artist in Residence' in Bayreuth und gestaltete unter anderem zur 800-Jahrfeier der Stadt eine Litfaßsäule, die heute gegenüber dem Eingang aufgestellt ist.
Die Grafiken und Gemälde der genannten Künstler repräsentieren das Kunstschaffen einer Epoche kurz vor dem eigentlichen Globalisierungsschub, der in den 1990er Jahren die Kunstwelt erfasste und neue Formate und Techniken (Fotografie, Installation, Medienkunst u.v.m.) in die Ausstellungen brachte. Ausgangspunkt der gezeigten Grafiken und Gemälde sind lokale Formen und Symbole, ausgeführt in Techniken der modernen Kunst, die Ulli und Georgina Beier in ihren Workshops vor Ort vermittelten. In den letzten Jahren wurde es still um diesen ansehnlichen Teil der Sammlung, da die regionale Fokussierung auf Afrika dafür kaum noch Raum ließ.

Kuration: Sigrid Horsch-Albert und Ulf Vierke

 

 

Best Suits, Most Important & Wagner in Capetown
Fotoarbeiten von Jürgen Hinterleithner
29. Oktober 2009 bis 07. März 2010

In drei Räumen im Erdgeschoß zeigt das Iwalewa-Haus groß- und mittelformatige Arbeiten des in Erlangen lebenden Werbefotografen und Fotokünstlers Jürgen Hinterleithner. Sie entstanden in den Jahren 2006 bis 2008 in der südafrikanischen Metropole Kapstadt, und zwar im Rahmen des ‚Black Economic Empowerment-Programms‘ der Regierung, in dem der Künstler junge Menschen aus den Townships zu Fotoassistenten ausgebildet hat. Kapstadt hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem boomenden Standort entwickelt – auch und gerade im Bereich der kreativen Berufe und der Medien.
Die Serie ‚Best Suits‘ entstand 2006 in einem Fotostudio. Hinterleithner bot seinen Trainees an, ein Porträt von sich für ihre Angehörigen zu machen. Er bat sie in ihrer besten Kleidung zum Fototermin zu erscheinen. Sie sollten sich so zeigen, wie sie an Festtagen unterwegs sind und dabei spontan vor der Kamera zu tun und lassen, was ihnen gerade einfiel. Wer keine festliche Kleidung mitbringen konnte, bekam sie leihweise von anderen.
Die Serie ‚Most Important‘ (2008) ist als 29 Bilder umfassende audiovisuelle Installation angelegt und entstand ebenfalls im Rahmen eines Trainings für die Bewohner der Townships von Kapstadt. Die Teilnehmer wurden gebeten, einen beliebigen Gegenstand, der in ihrem Leben einen besonderen Platz einnahm, mit ans Set zu bringen. Im Hinblick auf den Seriencharakter der Arbeit durfte der Gegenstand jedoch nur so groß sein, dass er mit zwei Händen gehalten werden konnte. Parallel dazu gaben die jungen Männer ein kurzes Statement, das als Audiopräsentation dem Betrachter nun zusätzliche Einblicke in die Lebenswelt der Protagonisten bietet.

Best Suits (2006)

Loge (2006)

Auch in den im Foyer gezeigten Umsetzungen zu ausgewählten Opernfiguren Richard Wagners überlässt der Künstler nichts dem Zufall. Selbst das Buschfeuer für ‚Loge‘, den Feuergott in Wagners Oper ‚Rheingold‘ wurde eigens für das Shooting in der Savanne Südafrikas entfacht (unter Aufsicht der Behörden) und anschließend wieder gelöscht. Die Bildinszenierungen zeigen Situationen, die durch fotografische Überästhetisierung die Abgründe der alltäglichen Lebenswirklichkeit in den südafrikanischen Townships ebenso offenbaren wie sie als Reduktion zwischenmenschlicher Spannungsfelder von realen Situationen abstrahieren und ubiquitäre Phänomene wie Macht, Ohnmacht, Gier oder Leidenschaft thematisieren mehr ....

 

Gemeinsame Vernissage
mit der Ausstellung ‚Neue Nachbarschaften
in Anwesenheit des Künstlers

Donnerstag 29. Oktober 2009 um 19 Uhr

 


 

 

António Ole: Hidden Pages. Installation – Fotografie - Video
30. April bis 6. September 2009

Hidden Pages, Stolen Bodies
Hidden Pages, Stolen Bodies

António Ole ist einer der international erfolgreichsten Künstler Angolas. Sein Œuvre reicht von Fotografien, Grafiken, leuchtenden Pop-Art-Gemälden über Collagen, Assemblagen und  Multimedia-Installationen bis hin zu Dokumentarfilmen, die zu den wichtigsten in der angolanischen Filmgeschichte zählen. Seine Skulpturen stehen heute auf zentralen Plätzen in Angolas Hauptstadt Luanda und seine Installationen finden internationale Beachtung auf den Biennalen von Sao Paolo bis Venedig.
Mit der Ausstellung widmet das Iwalewa-Haus António Ole (* 1951) ein ganzes Stockwerk und setzt damit den seit 2006 verfolgten Schwerpunkt „lusophones Afrika“ fort.

aus der Ausstellung "Domestic Structures"
Domestic Structures

Im Zentrum steht Oles raumgreifende Installation „Hidden Pages – Stolen Bodies“, in der sich der Künstler mit der angolanischen Geschichte von Sklaverei und Zwangsarbeit auseinandersetzt. In anderen Arbeiten untersucht er mit Hilfe von Materialien und Fundstücken, die er vor Ort, also auch in Bayreuth, aufspürt und zusammen trägt, die Grenzräume und Ränder des urbanen Lebens. Diese archäologische Spurensuche konfrontiert den Betrachter mit – teilweise schmerzlichen – Erinnerungssplittern und macht ungeschriebene Geschichte(n) sichtbar und fühlbar.Die Ausstellung wird durch Arbeiten aus drei Jahrzehnten ergänzt, darunter Schwarzweiß-Porträts aus den 1970er Jahren, also aus der Zeit vor der Unabhängigkeit. Die koloniale Repression lastet noch drückend auf dem Leben der Menschen in den Armenvierteln Luandas, während der Schrei nach Unabhängigkeit bereits unüberhörbar ist. Seine „Wall-Fotos“ aus den 1980er Jahren sind stärker konzeptuell angelegt und konzentrieren den Blick mit einer streng-symmetrischen Bildkomposition und minimaler Ästhetik. Die Fotoserie „Sal“ erzählt von der Extraktion des Meersalzes und den dadurch entstehenden schön-schmerzlichen Wunden, die das Salz der Erde zufügt. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist der kurz nach der Unabhängigkeit Angolas gedrehte Dokumentarfilm „Ngola Ritmo“. Hier erzählt António Ole die Geschichte der gleichnamigen Musikgruppe, die jahrelang eine der wichtigsten Schubkräfte des Unabhängigkeitskampfes war und mit ihren Liedern den Kämpfenden Mut und Hoffnung auf eine neue Zukunft vermittelte.
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Vernissage: Donnerstag, 30. April 2009 um 19 Uhr
in Anwesenheit des Künstlers
Begrüßung: Tobias Wendl
Einführung in das Werk: Ulf Vierke und Nadine Siegert (Kuratoren der Ausstellung)
Anschließend kleiner Empfang

Künstlergespräch mit António Ole am Freitag den 1. Mai 2009 um 11 Uhr

Zur Ausstellung erscheint ein 128seitiger Katalog.

Interessante Links:

Hidden Pages

António Ole - Contrary Alignment

 

In Kooperation mit dem Goethe Institut Nairobi

Logo Goethe Institut

 

Susanne Wenger
Stationen eines Lebens
30. April bis 6. September 2009

Anlässlich des Todes von Susanne Wenger im Januar 2009 würdigt das Iwalewa-Haus die Künstlerin mit einer kleinen Ausstellung im Alten Depot. Susanne Wenger wurde 1915 in Graz geboren, wo sie auch ihre künstlerische Ausbildung begann. Später besuchte sie die Akademie für Bildende Kunst in Wien. Hier engagierte sie sich gegen den Anschluss Österreichs an das NS-Deutschland und für vom Regime Verfolgte. Mit ihren zunächst surrealistischen Grafiken beeinflusste sie die Wiener Künstlergeneration um Ernst Fuchs; gleichzeitig aber wurde ihr Werk als „entartete Kunst“ eingestuft.

Nach dem Krieg war Susanne Wenger an der Gründung des Wiener Art-Clubs beteiligt, dem auch Wotruba und Hrdlicka angehörten. Ende der 1940er Jahre lernte sie in Paris Ulli Beier kennen und beschloss mit ihm 1950 im Rahmen eines akademischen Austauschprogramms nach Nigeria überzusiedeln. Während einer 14 Monate dauernden Erkrankung machte sie sich mit den Mythen und der Kultur der Yoruba vertraut, mit der sie sich schließlich völlig identifizierte. Sie war in ihrer neuen Heimat angekommen. Europa besuchte sie nur noch selten. Nach ihrer Initiation zur Priesterin lebte sie seit 1960 in Oshogbo, wo sie sich der Restaurierung der verfallenen Sakralbauten widmete. Zusammen mit Handwerkern und Künstlern wie Adebisi Akanji, Buraimoh Gbadamoshi und Kasali Akangbe begann sie die Ritualplätze und Schreine im heiligen Hain am Oshun-Fluss wiederherzustellen. Diesen Hain mit den Skulpturen Susanne Wengers erklärte die UNESCO 2005 zum Weltkulturerbe. Der Tod Susanne Wengers nimmt der Welt „eine Brücke über Kontinente und Kulturen hinweg“.

Kuration: Sigrid Horsch-Albert.
Vernissage: Donnerstag, 30. April um 19 Uhr

Presseerklärung

Grafik von Susanne wENGER
Siebdruck Susanne Wenger, ohne Titel

 

Das verlorene Gesicht
Vergessen und Erinnern einer mythischen Kunst
21. April bis 6. Juni 2009

Kuration: Thorolf Lipp und Martina Kleinert

Als er alt geworden war, rief Singit alle seine Kinder zu sich und sagte ihnen: „Ihr sollt mich töten und alle Teile meines Körpers an unterschiedlichen Stellen vergraben. Vorher aber fertigt eine Juban meines Gesichtes an, damit Ihr mich nicht vergeßt.“ So geschah es. Die Kinder schnitzten eine Maske ihres Vaters, dann töteten, zerschnitten und begruben sie ihn. Aus seinen Körperteilen aber wuchsen die verschiedenen Yamsarten heran: aus seinen Beinen der lange, aus seinem Herz der runde Yams, aus den Knochen der dünne, harte, aus der Leber der ovale Yams, aus den Gedärmen wuchs der schlangenartig gedrehte und aus seinem Blut der kleine rote Yams.

Obwohl die Sa auf der Insel Pentecost im melanesischen Vanuatu-Archipel auf eine erstaunliche kulturelle Kontinuität zurückblicken, geriet das Schnitzen der Juban-Masken vor etwa sechzig Jahren in Vergessenheit. Erst durch eine Anregung von außen lebte die Kunst wieder auf: Anfang der 1980er Jahre waren zwei amerikanische Kunsthändler ins Dorf Bunlap gekommen. In einem Bildband ozeanischer Kunst waren sie auf klassische Juban Masken gestoßen und wollten nun solche erwerben . Doch alle Masken waren verkauft oder verrottet und niemand mehr in ihrer Herstellung geübt. Die Amerikaner aber hatten Abbildungen mitgebracht sowie die Information, dass sich noch einige Juban im Nationalmuseum des Landes befänden. Die Dorfgemeinschaft schickte daraufhin einige Männer in die Hauptstadt, um diese Masken anzusehen und die Kunst wieder aufzunehmen. Heute ist, durch den Rückgriff ins Archiv, das Juban-Schnitzen nicht nur wiederbelebt, sondern präsentiert sich variantenreicher und individueller denn je.

Vernissage, Dienstag den 21. April 2009 um 21 Uhr im Anschluss an die Semestereröffnung. Es spricht: Thorolf Lipp

Finissage mit den Künstlern aus Vanuatu: Donnerstag den 4. Juni um 19 Uhr

Maske
Juban Maske von Moses Watas. Bunlap, Vanuatu.

 

 

Andrew Tshabangu: Johannesburg Transitions
24. Oktober 2008 bis 1. März 2009

Mit knapp 10 Millionen Einwohnern ist der Großraum von Johannesburg nach Kairo und Lagos die drittgrößte Metropolregion Afrikas und zugleich das ökonomische und kulturelle Herz Südafrikas. Egoli, Joburg, Joana, Jozi: die Kosenamen der südafrikanischen Metropole sind ebenso facettenreich wie die Stadt selbst: eine raue und schnelle Stadt, eine Stadt voller Energie und Kontraste - fragmentiert und zugleich heftig umkämpft.
Die Ausstellung ’Johannesburg Transitions' zeigt das Werk des 1966 in Soweto geborenen Fotografen Andrew Tshabangu. Bekannt wurde er durch seine subtilen und atmosphärisch dichten Schwarzweiß-Aufnahmen, in denen er die Transformationen und Metamorphosen seiner Heimatstadt erkundet und ins Bild setzt. Dokumentarisch und poetisch zugleich, bezieht Tshabangu Anleihen aus der Tradition einer sozial engagierten Fotografie, die in Südafrika mit Namen wie Bob Gosani, Jürgen Schadeberg, Peter Magubane, David Goldblatt, Santu Mofokeng oder Guy Tillim verbunden ist. Neben dem Zyklus über Johannesburg sind noch zwei weitere Werkgruppen über Townships und die ländlichen Gebiete der ‚Emakhaya’ zu sehen, in denen die Veränderungen der Post-Apartheid noch kaum angekommen sind.

Andrew Tshabangus Stadt-Erfahrung ist gebrochen und vielschichtig zugleich. Häufig zeigen seine Bilder Zufallsbegegnungen mit Straßenhändlern, Taxifahrern, Fußgängern oder Obdachlosen – aufgenommen aus einem fahrenden Minibus. Dieses Moment der Bewegung verleiht seinen Bildern eine kinematografische Qualität, die mitunter an die Filme Walter Ruttmanns oder Dziga Vertovs erinnert. Doch das Bild, das Tshabangu von Johannesburg entwirft, ist nicht das einer konstruktivistisch verklärten, schönen oder romantischen Stadt, sondern das einer lauten und aggressiven Stadt, einer Stadt in Bewegung und im Umbruch.

Andrew Tshabangu nahm an zahlreichen Ausstellungen in Europa und in Afrika teil.
Biografie Andrew Tshabungu

Fotografie Tshabangu

Fotografie Tshabangu


Zur Ausstellung ist ein 122-seitiger Katalog erschienen. Preis an der Museumskasse: 12 €.

Vernissage
Donnerstag 23. Oktober 2008 um 19 Uhr
Es sprechen:
Tobias Wendl (Iwalewa-Haus)
Andrew Tshabangu (Johannesburg)

Workshop mit Andrew Tshabangu
Freitag den 24. Oktober 2008 um 15 Uhr

Ausstellungstournee und Katalog entstanden in Kooperation mit:
PAN Kunstforum Niederrhein, Emmerich (14. März – 17. Mai 2009)
Galerie Seippel, Köln (4. September – 31. Oktober 2009)
Kunst:Raum Sylt Quelle, Rantum (17. Oktober 2009 – 17. Januar 2010)
Goethe-Institut, Nairobi (3.
November 2009 – 9. Januar 2010)
Galerie Momo, Johannesburg (17.
April – 19. Mai 2010)

Presseerklärung

Pressestimmen

 

Bernhard Springer: Plastic Indianer
Acrylbilder, Objekte, Filme

23. Oktober 2008 bis 1. März 2009

Die kleinen Plastik-Figürchen dienen Bernhard Springer als Ausgangspunkt für eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der deutschen Indianer-Rezeption. Er ist dabei in guter Gesell­schaft. Bereits im Jahre 1913, auf dem Höhepunkt der deutschen Wild-West-Begeisterung, verfasste Franz Kafka seinen berühmten „Wunsch, Indianer zu werden“:  „Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden...“ Und ein anderer, Heiner Müller, konstatierte in einem seiner letzten Gespräche: „Deutscher sein, heißt auch Indianer sein“. Die Indianer-Sehnsucht vereint uns Deutsche - über Generationen und über ideologische Gräben hinweg.


Auch die Spielzeug­industrie, allen voran der Ludwigsburger Fabrikant Hausser (seit 1930 in Neustadt bei Coburg ansässig), ergänzte bald schon die gängigen Römer- und Ritterfiguren durch solche des Wilden Westens und der Indianer. In ihrem Antlitz erkennen wir uns heute selbst. Wir entdecken in den Elastolin-Figuren der 50er Jahre das herorische Pathos eines Arno Breker - und in den 70er Jahren mutieren die Indianer zu Hippies mit Schlaghosen und Fransenjacken.  

 


Nur Stämme werden überleben

Bernhard Springers Acrylgemälde nobilitieren die kleinen Plastik-Indianer und damit auch unsere eigenen, mit ihnen verknüpften Kindheitserinnerungen. Durch die Übertragung ins Medium der Tafelmalerei thematisiert Bernhard Springer aber auch das Phänomen der Projektion: den einen dient der Indianer als Inbegriff für Aufrichtigkeit und Nibelungentreue, den anderen als Beispiel für ein Leben im Einklang mit der Natur. Jeder erschafft sich die Indianer, die er braucht! Bernhard Springer begreift seine Kunst als „Bilderarbeit“, als Befragung und Transformation vorgefundener Bilder. Und dabei sind ihm irritierend-schöne und überraschende Synthesen zwischen Fotorealis­mus und Konzeptkunst gelungen. 

Bild von Berhard Springer

Die Ausstellung versammelt großflächige und kleinere Acrylgemälde, echte kleine Plastikindianer der unterschiedlichsten Generationen, Videoarbeiten sowie einige Ausgaben des legendären Punk-Fanzines „plastic indianer“, das zwischen 1981 und 1999 in München erschien. Aus Anlass der Ausstellung fertigte Bernhard Springer im Dezember 2008 eine Sondernummer, den ‚plastic indianer no. 20’

Bernhard Springer, promovierter Filmphilologe, lebt seit 1980 als freischaffender Künstler in den Bereichen Malerei, Film, Video und Skulptur in München. Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Frisch gestrichen“ und der Produzentengalerie U5 (aka Galerie Werkstatt 1980-90). Zahlreiche Preise und Auszeichnungen u.a. Preis des Europarats für das Gruppenprojekt „Plastic-Indianer No. 15“ auf dem 9. Festival International de Video et des Arts électroniques, Locarno 1987... mehr

Presseerklärung

Pressestimmen

Ein Meer aus Indigo
verlängert bis 1. März 2009

Im Textilarchiv des Iwalewa-Hauses lagern etwa 250 tiefblaue, indigogefärbte Stoffe und Kleidungsstücke. Sie stammen von den Yoruba (Nigeria), Soninké (Senegal), Dogon (Mali) und Dioula (Elfenbeinküste). Hergestellt wurden sie mit Hilfe des Reserve-Verfahrens, bei dem vor dem Färben partielle Abdeckungen (Reserven) auf den Stoffen angebracht wurden, die man später wieder entfernte. Dies geschah durch Abbinden, Verknoten, Umwickeln, Abnähen, Falten oder Auftragen von Wachs. Wegen ihrer filigranen Muster zählen die Adire genannten Indigostoffe der Yoruba zu den schönsten handgefärbten Stoffen Afrikas.
Von den blauen Farbtönen geht eine kühlende, harmonisierende und zugleich meditative Wirkung aus. Im Spiel der Blautöne offenbart sich die von Wassily Kandinsky beschriebene Transzendenzerfahrung: „Je tiefer das Blau wird, desto mehr ruft es den Menschen ins Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichem. (...) Sehr tiefgehend entwickelt das Blau ein Element der Ruhe. Zum Schwarzen sinkend, bekommt es den Beiklang einer nicht menschlichen Trauer. Es wird eine unendliche Vertiefung in die ernsten Zustände, wo es kein Ende gibt und keines geben kann.“ Kandinsky hat der Farbe Blau die Kreisform zugeordnet und ihre Kraft zur inneren Sammlung betont. „Musikalisch dargestellt ist helles Blau einer Flöte ähnlich, das dunkle dem Cello, immer tiefer gehend den wunderbaren Klängen der Bassgeige.“
Die Ausstellung versteht sich auch als Hommage an Ulli Beiers legendären „Blauen Raum“ im ersten Stock des Iwalewa-Hauses. Kuration: Carolin Christgau.

 

 

Nástio Mosquito DZzzz
15. November 2008 - 4. Januar 2009

Nástio Mosquito: Musiker, Fotograf, Filmemacher, Poet, Performance- und Videokünstler. Seine mal sehr direkten und fordernden – mal eher ironischen und surrealen künstlerischen Positionen formen inzwischen ein komplexes Gesamtkunstwerk. Dabei erweist sich die Trennlinie zwischen Person und Werk als durchlässig, denn Mosquito macht die Entwicklungsprozesse seiner künstlerischen Persönlichkeit zum programmatischen Werk selbst. In seinem aktuellen Projekt DZzzz erprobt er neue Zwischenräume von Entertainment und Performancekunst.

Nástio Mosquito präsentiert uns sein Alter Ego: Nástia. Diese Kunstfigur stellt seine früheren Werte infrage und schlägt eine radikal andere Lebensweise vor: Hypokritisch, ironisch und: „Do not give a Fuck!“ Wir erfahren vom Tod Nástios und warum er sterben musste: mit seinen humanitären Werten und dem Glauben an sein Heimatland Angola war er letztlich nicht erfolgreich. Nun wird er durch Nástia ersetzt – sein Alter Ego, dem Konsum und Erfolg wichtiger sind als Kommunikation und die Sorge um die Gesellschaft. In ‚Nàstias Manifest’ wird diese Position am deutlichsten – als Sohn des Kalten Krieges stellt er hier in 17 Thesen sein gesellschaftspolitisches Vermächtnis vor. Die Videoarbeit ‚Soldado do Individio’ schließlich kontrastiert die Ausbeutung Angolas und seiner Soldaten durch den Krieg mit der Forderung nach Selbstverantwortung.

Nástio Mosquito wurde 1981 in Angola geboren, lebte später einige Jahre in Portugal, um danach aber wieder nach Angola zurück zu kehren, wo er beim Fernsehen arbeitete. Seine Fotografien und Videoarbeiten wurden auf der Triennale von Luanda (2006), der Biennale in Venedig (2007) und der Art Fair Bogotá (2008) gezeigt. Mit seinen Musik- und Performanceprojekten trat er unter anderem in Südafrika, Mosambik, den Kanarischen Inseln und Portugal auf.

Dank an: DZzzz Ent. (Luanda) & We Are Here! Films (Barcelona)

Im Rahmen des Festivals Grenzüberschreitungen zeigen wir drei Videoarbeiten des angolanischen Künstlers und Slam-Poeten Nástio Mosquito.

Vernissage: Freitag, 14. November, 19.30 Uhr

Es sprechen:
Ulf Vierke (Iwalewa-Haus)
Nástio Mosquito (Luanda)
Anschließend kleiner Empfang

 


Zeitgenössische Architektur Südafrika Daimler Award 2007
24. April 2008 bis 31. August 2008

Seit der Zeitenwende von 1994 erlebt Südafrika einen Umbruch in nahezu allen Lebensbereichen - auch und gerade - in Architektur und Stadtplanung. Über zwei Millionen Häuser wurden neu erbaut, und in den städtischen Agglomerationen vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel der urbanen Textur. Wichtigste Herausforderung ist dabei die Überwindung der Apartheid, die sich als raumgreifende, menschenverachtende Ideologie über fast fünf Jahrzehnte in die Topografie des Landes eingeschrieben hat: als gekappte Wege zwischen den Townships und den Zentren, zwischen Stadt und Land und den räumlich segregierten Bevölkerungsgruppen.
Die aus den Wettbewerbsunterlagen zum Daimler Award 2007 entstandene Ausstellung versammelt Entwürfe, Fotos, Filme, Animationen und Modelle des Preisgewinners Heinrich Wolff und der mit ihm nominierten Kolleginnen und Kollegen: Archilab, Thorsten Deckler, Heather Dodd, Andrew Horn, Ndabo Langa, Henning Rasmuss und Chris Wilkenson.
Das Spektrum umfasst die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen und architektonischen Lösungen: vom sozialen Wohnungsbau an den Rändern der Johannesburger Innenstadt, über die Wiederbelebung der alten Rundhütten-Architektur in KwaZulu-Natal, Ökoarchitektur und Villen am Kap bis hin zu alternativen Formen einer informellen und temporären Architektur im Rahmen engagierter Nachbarschaftsprojekte.

In Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch Mercedes Benz South Africa und Daimler AG Kunstbesitz/Corporate Art Department Stuttgart. Unser besonderer Dank gilt Dr. Ralf Seippel. An der Museumskasse erhältlich: die beiden Kataloge ‚Heinrich Wolff’ (2007) und ‚The Nominees’ (2007) jeweils 15 €.

Presseerklärung

Sans Souci Cinema, Kliptown – Soweto. Foto: Anne Graupner
Sans Souci Cinema, Kliptown – Soweto. Foto: Anne Graupner

 

Sarah Vanagt – Kabila’s Hankies & Power Cut
24. April 2008 bis 31. August 2008

Können Kinderspiele als geheime Passage zur Vergangenheit dienen? Diese Frage steht am Anfang von Sarah Vanagts künstlerischer Arbeit zur historischen Imagination von Kindern. Wie gehen Kinder mit Vergangenheit um? Wie gestalten sie Vergangenheit in ihrer Vorstellungswelt?
Die Videoinstallation ‚Kabilas Taschentücher’ entstand in den Jahren 2003 und 2005 im ostkongolesischen Goma, an der Grenze zu Ruanda, wo im Gefolge des Genozids von 1994 und der anschließenden Massenflucht die Gewalt immer wieder entflammte. Hinzu kam im Januar 2002 der Ausbruch des Vulkans Nyiragongo, der weite Teile Gomas mit Lava überzog. In den Ruinen auf den Lavafelder spielen heute Kinder. Sie verkaufen Papiertaschentücher an Erwachsene und Steine an Bauunternehmer. Sarah Vanagt untersucht die Miniaturwelten, die sich die Kinder im Spiel erschaffen: Welten, in denen die Zeit gerafft und wieder gedehnt wird, in denen Fundstücke zu neuem Leben erweckt werden und die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Imagination, zwischen Leben und Tod, Ordnung und Chaos sich auflösen. Alte Telefonkarten verwandeln sich in TV-Bildschirme, eine Sardinenbüchse wird zum Wohnzimmer und ein Stück Metall zum Rollstuhl. Ganze Städte entstehen und verschwinden wieder beim nächsten Regen.
Die Kinderspiele dienen als Prisma auf die Welt der Erwachsenen. Die Routen, die die Puppen in den selbst gebastelten Autos zurücklegen, sind zugleich der Weg, auf dem die Ausstellungsbesucher in die Vorstellungswelt der Kinder reisen. Kinderspiele als Barometer des politischen Klimas in der Region.

Die Ausstellung präsentiert elf Projektionen (Loops) und sechs Fotografien. An der Museumskasse ist der Katalog ‚Sarah Vanagt – Once – no longer’ (2006) erhältlich. 20 €.

Presseerklärung

Sarah Vanagt

 

 

Agora Luanda
25. Oktober 2007 bis 24. Februar 2008

Agora Luanda Presseerklärung  Pressestimmen

 

Die in Lissabon lebende Fotografin und Filmemacherin Inês Gonçalves wurde durch ihre poetischen Bildbände über die Kapverden und Goa international bekannt. Für ihr jüngstes Projekt reiste sie zusammen mit dem in Angola geborenen Fotografen Kiluanje Liberdade nach Luanda, um dort den Aufbruch der Jugend nach drei Jahrzehnten des Bürgerkriegs zu dokumentieren. Im Umfeld des legendären Musikclub Mãe Ju gelingt den beiden ein einfühlsames fotografisches und filmisches Portrait jener jungen Generation der Kuduristas, die mit den Musikstilen Kuduro und Tarraxinha neue Maßstäbe innerhalb der Jugendkultur Luandas gesetzt haben.

Agora Luanda erzählt die Geschichten von Männern, Frauen und Kindern – allesamt im Aufbruch und immer unterwegs. Die begleitende filmische Dokumentation ermöglicht ergänzende Einblicke in ihre Gedanken, ihre Musik und ihr Lebensgefühl. Lässt man sich auf die Geschichten dieser Menschen ein, so gewinnen auch die fotografischen Porträts eine neue Qualität. Sie verändern sich zu großartigen epischen Bildern voller Poesie, in denen sich Melancholie und Rebellion ebenso vereinen wie Leidenschaft und Subversion. Hier öffnet sich eine Zwischenwelt aus sublimen Klängen und Bildern: schön und gefährlich zugleich – wie jenes von Sonnenblumen bewachsene Minenfeld, das der angolanische Schriftsteller José Eduardo Agualusa so eindrücklich beschreibt.....mehr


Agora Luanda präsentiert über 100 Fotografien von Kiluanje Liberdade und Inês Gonçalves, sowie eine filmische Dokumentation, in der lokale Größen des Kuduro und der Tarraxinha wie Gata Agressiva, Puto Português und Nakobeta zu sehen und zu hören sind.

Zur Ausstellung ist im Verlag Livraria Almedina ein 192-seitiger Katalog mit Texten von José Eduardo Agualusa und Delfim Sardo erschienen:
Preis an der Museumskasse 35 €.

Mit freundlicher Unterstützung durch die
Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon.

Vernissage: Donnerstag, 25. Oktober 2007 um 19 Uhr

Freitag, den 26. Oktober 2007 um 11 Uhr:
Künstlergespräch mit Kiluanje Liberdade – Moderation Dr. Ulf Vierke

Ausstellung Agora Luanda

Angolas Kinder
Zeichnungen aus einem Waisenhaus
25. Oktober 2007 bis 24. Februar 2008

Ausstellung Angolas Kinder

Das Waisenhaus Lourenço Amadeu steht in Cabinda, einer Provinz Angolas, die noch immer nicht zur Ruhe gekommen ist – ein Ort widerstreitender Interessen und alter, schwelender Konflikte. Vor der Küste wird Öl in großen Mengen gefördert, im Landesinneren agiert seit dreißig Jahren eine separatistische Bewegung. Cabinda ist eine vom übrigen angolanischen Staatsgebiet getrennte Exklave am Atlantik, eingezwängt zwischen den beiden Staaten Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo.

In einer Serie von 170 Bildern malen die Kinder des Waisenhauses Lourenço Amadeu ihr Leben. Die Zeichnungen und Aquarelle schildern den Alltag im Waisenhaus, stellen die Familien der Kinder vor und ihre Dörfer. Die Bilder erzählen von Ängsten und Verlust, von den Wirrnissen des Krieges und seinen Traumata, aber auch von den Hoffnungen auf eine mögliche bessere Welt. In der Summe erweisen sich die Zeichnungen und Aquarelle als Mosaiksteine für ein viel umfassenderes Bild vom Krieg im ländlichen Angola – gesehen mit den Augen von Kindern.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 40 großformatigen und 60 kleinformatigen Zeichnungen und wird begleitet von filmischen Fragmenten aus dem Alltag im Waisenhaus. Gesammelt und zusammengestellt von Károly Koller, Autor und Filmemacher aus München.

Vernissage: Donnerstag, 25. Oktober 2007 um 19 Uhr

Pressestimmen

Blickfang Kanga - Tüchermode aus Ostafrika

25. Oktober 2007 bis 24. Februar 2008

Die Frauen Ostafrikas tragen Kangas. Kangas kleiden gut, Kangas sind chic, Kangas sind bequem. Und: sie dienen als Medium der Kommunikation. Mit ihnen lassen sich Liebesgrüße oder Lebensmaximen übermitteln, mit ihnen kommentieren Frauen politische oder soziale Ereignisse, mit ihnen demonstrieren sie ihr aktuelles Lebensgefühl. Ein gold-leuchtendes Kanga mit praller Frucht betont z. B. die Attraktivität der Trägerin. In einem Kanga lassen sich aber auch Lasten tragen, Kinder schaukeln oder einfach nur die eigenen vier Wände verschönen.

Seit über 140 Jahren haben die Stoffe eine beständige äußere Form: ein gleich bleibendes Format, ein feststehendes Design aus bestimmten Elementen, deren wesentlichstes eine Textzeile am unteren Rand ist. Kangas haben ihre überlieferte Gestalt bis heute beibehalten, sich aber innerhalb dieses Rahmens motivisch und ikonografisch beständig weiter entwickelt.

Die Ausstellung im IWALEWA-Haus zeigt rund 100 farbenfrohe Kangas aus Kenia und Tansania und ebenso viele Möglichkeiten, diese Stoffe als modische Kleidungsstücke zu tragen oder anders zu benutzen. Sie erläutert, was diese Tücher auszeichnet, wie ihr Design entstanden ist, welche Bedeutung sie haben und wie sie heute gebraucht werden: von der sozialen Alltagskommunikation zwischen Frauen und Männern bis hin zum Werbemittel für politische und religiöse Gruppierungen.

Kurator: Michael Drechsler (Berlin)

Vernissage: Donnerstag 25.Oktober, 19 Uhr

 

Plakat Blickfang Kanga

Fotografien von Justus Kyalo
Filmbeiträge aus dem Werk der wichtigsten zeitgenössischen afrikanischen Tanzgruppen

16. November bis 21. Dezember 2007.

Das IWALEWA-Haus und das ZENTRUM präsentieren Shifting Centres – Grenzüberschreitungen im zeitgenössischen Bühnentanz in Afrika im Rahmen des Festivals Grenzüberschreitungen am 17.11.2007. Seit etwa 10 Jahren entstehen in vielen Ländern Afrikas Orte für den Tanz auf lokaler Ebene, die sich jedoch überregional vernetzen. Damit verbunden ist ein Überschreiten von Genregrenzen: die alten Linien zwischen Tradition und Moderne werden brüchig, eine neue Generation von Tänzern und Choreographen schafft eine jeweils persönliche, von der eigenen Biographie geprägte Tanzsprache. Die ausgestellten Fotografien (von Justus Kyalo, Kenia und Nadine Siegert, Angola) geben einen Einblick in die Vielfältigkeit des zeitgenössischen Bühnentanzes aus Afrika an zwei regionalen Beispielen: Kenia und Angola. Die Filmbeiträge am Abend der Vernissage führen die Arbeitsweise der wichtigsten Tanzkompanien und Choreographen des afrikanischen Kontinents vor.


Vernissage am Freitag, den 16. November ab 20 Uhr
20.30 Einführungsvortrag von Nadine Siegert
21.00 Film

Der Eintritt ist frei!

Solidarity

 

 


 

Online Ausstellung

zu Ehren von Fritz Kramer

 


 

Jürgen Schadeberg:
The Black Fifties in South Africa & Voices from the Land

26. April 2007 - 2. September 2007

Jürgen Schadeberg, der im Juni 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, ist einer der bedeutendsten Fotografen Südafrikas. Sein Oeuvre umfasst eine Zeitspanne von mehr als einem halben Jahrhundert und bietet vielfältige Einblicke in die Befindlichkeit eines Landes, dessen Geschichte in besonderer Weise von Gewalterfahrung geprägt ist. Alltagsbilder aus den Townships von Soweto und Sophiatown verbinden sich mit Porträts illustrer Persönlichkeiten und Künstler zu einem Kaleidoskop der Zeitgeschichte: sozial engagiert und parteiergreifend, mit dem untrüglichen Gespür für den historischen Augenblick.

Während seiner Zeit als Reporter und Art Director bei dem legendären Lifestyle-Magazin DRUM bildet er zahlreiche schwarze Fotografen aus (u.a. Bob Gosani und Peter Magubane) und baut eines der bis heute bedeutendsten Bildarchive Südafrikas auf. Es umfasst über 100.000 Negative. Sein Wirken im Umkreis von DRUM und seine Zusammenarbeit mit dem schwarzen Journalisten Henry Nxumalo wurden unlängst in dem historischen Spielfilm DRUM von Zola Maseko (Südafrika 2005) gewürdigt.

Die Ausstellung im Iwalewa-Haus versammelt an die 100 Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppen, darunter die beiden Serien „The Black Fifties in South Africa“ und „Voices from the Land“. Das Spektrum reicht dabei von Porträts bekannter Persönlichkeiten aus Südafrikas turbulenter Geschichte wie Nelson Mandela, Künstlern und Musikern wie Miriam Makeba oder Hugh Masekela, über das legendäre Nachtleben in Sophiatown bis hin zu rezenten Aufnahmen aus dem Lebensalltag von Farmern und Arbeitern in den ländlichen Regionen.

Unser besonderer Dank gilt Claudia und Jürgen Schadeberg (Johannesburg) sowie Ralph Seippel (Köln)

Plakat zur Ausstellung Jürgen Schadeberg

 

 

Recup – Vom Abfall dieser Welt
Ein Kunstprojekt zwischen Neukölln und Afrika

25. Mai 2007 - 26. August 2007

Im Winter 2007 wurde in Neukölln, in mitten der „Dritten Welt Berlins“ eine ungewöhnliche, mehrwöchige Kunstwerkstatt abgehalten. Künstler und Jugendliche, Kinder, Pädagogen und Wissenschaftler untersuchten in einer Reihe von gemeinsamen Aktionen das Thema Abfall und schufen daraus eigene Arbeiten. Mit von der Partie waren der Filmemacher Socrate Safo aus Ghana und der Objektkünstler Dominique Zinkpè aus Benin.
Im Zentrum stand dabei eine Auseinandersetzung mit der in Afrika weit verbreiteten künstlerischen Strategie der Recuperation. Recuperation meint mehr als Recycling oder das einfache Wieder- und Weiterverwenden gebrauchter Materialien; sie ist eingebunden in intensive Prozesse der Materialienbefragung und der Neubestimmung ihrer kulturellen Konnotationen und Verwendungsweisen. In diesem Verfahren, das sich ebenso als Recherche wie als Kommentar verstehen lässt, konfrontieren afrikanische Künstler ihr Publikum – ironisch und kreativ – mit den Möglichkeiten des Freilegens zukünftiger Materialpotenziale.
Die Ausstellung ist eine Dokumentation der Künstlerrecherchen über „Berliner Wertstoffe“ und versammelt einige der dabei entstandenen Werke (Installationen, Objekte, Videos und Fotografien). Kooperationspartner: Kulturamt Neukölln in Berlin. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Presseerklärung
Pressestimmen

 

Aus Abfall wurden Misikinstrumente Aus Abfall wurde Spielzeug Aus abfall wurde Spielzeug

 

Aus_Sicht Afrika
Fotoausstellung in der Blue Box

17. April 2007 - 30. August 2007

 

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines studentischen Projektes im Studiengang Kultur und Gesellschaft Afrikas. Ziel war es, unterschiedliche Positionen afrikanischer Fotografie zum Thema Lebensfreude zu zeigen. Im Mittelpunkt des Projektes stand ein intensiver Austausch mit den Fotografen, sollten doch deren subjektive Sichten und Interpretationen auf das Thema vorgestellt werden. Die positive Resonanz auf Seiten der Fotografen, darunter international bekannte Namen wie Sergio Santimano aus Mosambik oder die in New York lebende Fatimah Tuggar, machte es möglich, sechs Positionen aus Angola, Äthiopien, Mosambik und Nigeria zu vereinen. Ihre Bandbreite reicht von schwarz-weißen Portraitfotos über dokumentarische Fotografien bis hin zu knallbunten Fotomontagen, in denen auch eine unverhohlene Kritik am modernen Konsumismus enthalten ist. In den Arbeiten zeigt sich Lebensfreude mal ganz leise, mal als lautes Fest, mal im abgezirkelten sozialistischen Aufmarsch und mal als übermütiges Herumtollen in einem Schlammloch – Ausgelassenheit und Momente des Glücks sind hier fast physisch greifbar und dürfen durchaus anstecken.

Beteiligte Künstler:
Michael Tsegaye, Emeka Okereke, Fatimah Tuggar, Sérgio Santimano, Joel Chiziane, Sergio Afonso.

 

Ausstellungsteam:
Maike Birzle, Sarah Böllinger, Julia Braune, Andrea Cordes, Ludgera Ewers, Ira Hartmann, Elisabeth Häuser, Therese Hertel, Franziska Lukas, Christoph Schneider, Leni Senger, Nadine Siegert, Benjamin Tremmel, Ulf Vierke, Anne-Kathrin Wilde

 
Aus_Sicht Afrika
Alma Capoeira 2005

Aus_Sicht Afrika

 

Ausstellungseröffnung Bayreuth 26. Oktober 2006 – Frankfurt 16. März 2007 – Brüssel 26. Februar 2008

 

BLACK PARIS.
Kunst und Geschichte einer schwarzen Diaspora

26. Oktober 2006 – 11. Februar 2007

Paris, die Kapitale des einstigen französischen Kolonialreichs, ist inzwischen selbst zur größten afrikanischen Enklave Europas geworden. Etwa jeder fünfte Einwohner des an die 12 Millionen Menschen zählenden Pariser Großraums hat afrikanische, karibische oder afroamerikanische Wurzeln. Am Beispiel von Paris lassen sich – räumlich und zeitlich verdichtet und zugleich vielstimmig kommentiert – all jene kulturellen und künstlerischen Prozesse der Interaktion und Métissage veranschaulichen, die für die Beziehungen zwischen Nord und Süd, zwischen Europa, Afrika (aber auch Afroamerika und der Karibik) konstitutiv sind.


 

Flagge Bienvenue
Jota Castro, Bienvenue étrangers
Kurz
Frederike Klotz, Installation

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von der kolonialen Ausbeutung und der Entdeckung der „art nègre“ zu Beginn des 20. Jhds., über den Surrealismus, den Jazz und die Negrophilie der Zwischenkriegszeit, das von Aimé Césaire und Léopold S. Senghor initiierte Projekt der Négritude, die Migrantenströme der 1960er und 1970er Jahre und die von ihnen geprägten Stadtviertel, bis hin zu all jenen Diaspora-Initiativen, Geschäften, Verlagen und Agenturen, dank derer Paris zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum unangefochtenen (Welt-)Zentrum der afrikanischen Mode, Musik, Kunst und Literatur avancierte.

 

Ausstellung und Katalog präsentieren die Ideenwelt und Ikonografie des schwarzen Paris mitsamt seinen Protagonisten, Mythen und Legenden als eine imaginäre Landschaft. Dazu haben wir die Form der Kollage gewählt: historisch-dokumentarische Bild-, Text- und Filmstrecken ebenso miteinbezogen wie ausgewählte Positionen moderner und zeitgenössischer Künstler, in denen die Themen der schwarzen Stadt, des Schwarzseins, der Migration, der Métissage und der Diaspora besondere Stringenz und Dringlichkeit entfalten. Wir entdecken eine heterogene und umkämpfte Stadt, eine Stadt im Fluss, die immer wieder zur Bühne für die unterschiedlichsten Identitäts- und Kunstentwürfe wird. Den historischen Rahmen liefert der Zeitraum von 1906 bis 2005: vom Geburtsjahr Josephine Bakers und Léopold Senghors bis zu den brennenden Vorstädten im letzten Herbst.

 


Héctor Mediavlla
Héctor Mediavilla, sape

 

Hy Fournier
Hy Fournier, Aquarell

Beteiligte Künstler und Künstlerinnen
Joël Andrianomearisoa, Kader Attia, Bill Akwa Bétotè, Sylvie Blocher / Campement Urbain, Zoulikha Bouabdellah, Diagne Chanel, Jota Castro, Paul Colin, Darryl Evans, Samuel Fosso, Friederike Klotz, Wifredo Lam, Christian Lattier, Michèle Magema, Ernest Mancoba und Sonja Ferlov, Héctor Mediavilla, Vincent Michéa, Hassan Musa, Iba Ndiaye, Emeka Okereke, Man Ray, Jean Lambert-Rucki, Chéri Samba, Karola Schlegelmilch, Ransome Stanley, Barthélémy Toguo, Patrice Félix Tchicaya, Emeka Udemba, Kamel Yahiaoui u.a.

Zur Ausstellung und den beteiligten Künstlern

Kuration: Kerstin Pinther unter Mitarbeit von Sigrid Horsch-Albert, Hanna Kiefer und Hélène Léray.

Idee und Konzept: Tobias Wendl und Bettina von Lintig.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes in Halle
Kulturstiftung des Bundes

Ausstellungstour:  
26. Oktober 2006 – 11. Februar 2007, Iwalewa-Haus, Bayreuth
16. März 2007 – 4. November 2007, Museum der Weltkulturen, Frankfurt am Main
27. Februar 2008 - 27. April 2008, Musée d'Ixelles, Brüssel

Zur Ausstellung ist das gleichnamige Katalogbuch erschienen, 432 S. mit zahlreichen Abbildungen und Farbtafelteil. Peter Hammer Verlag, Wuppertal ISBN: 3-7795-0065-5. Preis an der Museumskasse: 29,- €

 

Filmreihe zum schwarzen Paris:
Ab 8. November 2006 bis 7. Februar 2007, jeweils Mittwochs um 18 Uhr

Pesseerklärung
Pressestimmem

climbing down
Barthélémy Toguo, Climbing down
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Diese Seite wurde erstellt von Barbara Mayer, letzte Änderung 04.11.2009
Sämtliche Fotografien und Texte unterliegen dem Urheberrecht. Veröffentlichungen nur gegen Genehmigung des Iwalewa-Hauses.